Projekt zur Sprach- und Lernförderung für Flüchtlinge (2015 bis Ende 2017) 

Viele jugendliche Flüchtlinge haben aufgrund der Situation in ihrer Heimat und durch die oft längere Flucht wenig bis gar keine Schulerfahrung. Zudem sind sie oft traumatisiert.
An fünf Standorten, Böblingen, Heilbronn, Schwäbisch Gmünd, Stuttgart und Ulm werden jugendliche Flüchtlinge zwischen 15 und 27 Jahren in Einzel- und Gruppenförderung beim Erwerb der deutschen Sprache (Alphabetisierung, Aufbau und Verbesserung der Lesefähigkeit) und vorherrschenden Lernbedarfen (Zahlenverständnis, Grundrechenarten) unterstützt. Ziel dieser ergänzenden Angebote ist die Eingliederung in Regelschule, Ausbildung und Arbeit.

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Die Angebote im Bereich Lern- und Sprachförderung, sowie offene Caffeenachmittage, Begegnungstreffs, Kunst und Kultur beim Zentrum für Interkulturelle Mädchen- und Frauenarbeit (ZIMA) in Stuttgart haben sofort Anklang gefunden.

wieviel und was
Im Jahr 2015 konnten an den 5 Standorten 230 junge Menschen, davon 167 Männer und 82 junge Frauen in den unterschiedlichsten Formen Angebote erhalten: das meist genutzte Angebot ist das Deutschlernen. Englisch und Mathematik wird meist dann angefragt, wenn der Übergang in eine Regelklasse erfolgt ist und hier der Anschluss an das Niveau der Klassenstufe erfolgen soll.
Manche der Teilnehmenden haben an mehreren Veranstaltungen teilgenommen. 168 junge Menschen wurden in Gruppen unterrichtet, 29 erhielten Einzelunterricht.

Alter der TeilnehmerInnen
Die Altersspanne reicht vom jüngsten Menschen mit 10 Jahren bis zu einem 45 jährigen Teilnehmer. Am häufigsten nutzen die Angebote die Gruppe der 16 bis 20 jährigen.

wer
Organisiert und umgesetzt wird der Flüchtlingsfond von den Mitarbeiterinnen der Jugendmigrationsdienste und ZIMA. Insgesamt begleiteten im Gesamtjahr 32 Honorarkräfte das Programm und wurden von 34 Ehrenamtlichen unterstützt.


Kooperation mit beruflichen Schulen
An mehreren Standorten kooperieren die JMDs mit denn VABO Klassen an den beruflichen Schulen. So erhalten sie zusätzliche Förderung in Deutsch. Die räumliche Anbindung an die Schulen hat sich bewährt, weil die SchülerInnen in den Unterkünften verstreut im ganzen Stadt- und Landkreis wohnen und dadurch Zeit und Wege sparen. Die Schulen stellen die Räume und das Unterrichtsmaterial zur Verfügung, so dass die finanziellen Mittel für die Honorarkräfte, die den Zusatzunterricht durchführen, eingesetzt werden können. Der Unterricht findet in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit den BerufschullehrerInnen statt. Es zeigt sich ebenfalls, dass die Gruppen an den VABO – Klassen, die in den Schulalltag eingebunden sind am stabilsten sind und am regelmäßigsten besucht werden. Die Fluktuation ist sehr gering und die enge Kooperation mit den Lehrkräften der Schule mit regelmäßigem Austausch ist sehr effektiv.


ZIMA
Bei ZIMA, im Rahmen des K-Cafés, fand mittwochs der interkulturelle Mädchen-und Frauentreff statt. K steht für Kultur, Kunst, Kenntnisse, Kommunikation, Kochen, Kontakte und vieles mehr. Ab Mai 2015 gelang es, dass Flüchtlingsmädchen- und frauen aus zwei Unterkünften teilnahmen. Insgesamt haben 150 Besucherinnen dieses Angebot wahrgenommen. In einem fortlaufendem Programm wurden verschiedene Aktivitäten wie z.B.: Zeichnen als Ausdruckmöglichkeit, Musik, Gesang, Ukulele spielen und vieles andere mehr mit Unterstützung von Honorarkräften und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen durchgeführt.


Finanzierung
Gefördert wird dieses Projekt durch den Zweckerfüllungsfond des Bischofs der Diözese Rottenburg-Stuttgart und den Städten Stuttgart und Ulm.

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Gefördert von

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Jugendmigrationsdienst Böblingen

Außerschulische Sprachförderung Englisch

In unseren IN VIA Räumen unterrichtet eine ehrenamtliche Lehrerin eine Kleingruppe von Schülerinnen und Schüler (12 bis 15 Jahren) in Englisch. Ziel ist, im Fach Englisch den Unterrichtsstoff eines Schuljahres nachzuholen. 


 

Jugendmigrationsdienst Heilbronn

Frauenkurs - Gruppenberatung „Leben in Deutschland“ 

In Bad Friedrichshall und Neudenau organisierte der IN VIA Jugendmigrationsdienst Heilbronn drei Orientierungskurse, der von 31 Frauen mit Migrationsgeschichte besucht wurde. Um sich in Alltag und Beruf besser zu Recht finden zu können, beschäftigten sich die Teilnehmerinnen in den Kursen mit der Bundesrepublik Deutschland, Erziehungs-, Bildungs- und Gesundheitsfragen, beruflichen Möglichkeiten und vertieften ihre Kenntnisse der deutschen Sprache. 

Einige berichteten, dass sie durch den Kurs sicherer und selbstbewusster geworden sind. So stellte die Mutter von drei Kindern, Meriban K, fest: “Ich war so unmutig und jetzt bin ich stark und stolz. Die Gruppe hat mir Kraft gegeben und Frau Marmein, unsere Lehrerin, hat mich sehr unterstützt, einen Arbeitsplatz zu finden. Ich arbeite nun als Helferin in einem Altenheim und mein Ziel ist es, eine Ausbildung in der Altenpflege zu machen.“

Andere Frauen sagten: „Wir wollen auf eigenen Füßen stehen“. 

Die Städte Bad Friedrichshall und Neudenau stehen hinter dieser Initiative und stellten kostenlos Räume zur Verfügung. Gefördert wurden die Kurse vom Landkreis Heilbronn und dem Land Baden-Württemberg.

  

Projekt "Schüler für Schüler"im nördlichen Landkreis Heilbronn: 
Schüler/innen geben anderen Schüler/innen Nachhilfe.

Die Stadtteile Bad Friedrichshall – Plattenwald und Neckarsulm – Amorbach bilden einen Sozialraum, in dem sehr viele Menschen mit Migrationsgeschichte leben. Viele Jugendliche aus diesen Familien sind hoch motiviert einen guten Schulabschluss zu machen, erfahren jedoch häufig keine ausreichende Unterstützung. Ihre Eltern kennen oft das hiesige Schulsystem nicht und haben selbst Probleme mit der deutschen Sprache. Viele können sich Nachhilfeunterricht oder andere Fördermöglichkeiten für ihre Kinder nicht leisten. Im Sommer 2010 startete dieses Angebot, bei dem Gymnasiast/innen aus den umliegenden Gymnasien ehrenamtlich Nachhilfe für Migrantenjugendliche geben. Bisher gibt es fünf „Lehrer“ aus den gymnasialen Oberstufen, die elf „Schüler“ unterstützen.

 

„Nutze jede Chance“ – Videoclip mit Rap gegen Gewalt

„Nutze jede Chance“, so heißt der verfilmte Rapsong, den die Jugendlichen im Mobile-Treff offiziell vorstellten. Der rund siebenminütige Musikclip entstand im Rahmen eines Kooperationsprojektes zwischen der Mobilen Jugendarbeit der Stadt Neckarsulm und dem IN VIA Jugendmigrationsdienst Heilbronn. Zu sehen ist das Video auf der Homepage der Kommunalen Jugendarbeit unter www.jugendarbeit-neckarsulm.de unter der Rubrik "Kinder- und Jugendarbeit" und dort unter Mobiler Jugendarbeit.  

Der Raubüberfall und der anschließende Gefängnisaufenthalt von drei Filmgruppenmitgliedern veranlasste die übrigen Gruppenmitglieder dazu, das Geschehene in einem Videoclip aufzuarbeiten. Wilma Koch, Sozialpädagogin zeigte sich beeindruckt von der Kreativität, mit der die Projektgruppe auf die schwierige Herausforderung reagierte: „Mit diesem Projekt haben die Jugendlichen ihre Sprachlosigkeit überwunden.“

 Den Text zum Song aus dem Videoprojekt erhalten Sie hier 


 

Jugendmigrationsdienst Schwäbisch Gmünd

Begleitung der Integrationskurse im Ostalbkreis

Regelmäßig, d. h. mindestens einmal monatlich, werden die laufenden Sprachkurse in Schwäbisch Gmünd (z. B. beim Kolpingsbildungswerk, der vhs) aufgesucht, damit die TeilnehmerInnen das Beratungsangebot kennenlernen und Termine vereinbaren können. Das gleiche gilt für Jugendliche aus Aalen. Durch Kooperation mit der Caritas Ostwürttemberg stehen Beratungsräume zur Verfügung.

 Folgende zusätzliche Bildungsprojekte finden statt:

 

Intensive Begleitung des Jugendintegrationskurs in Schwäbisch Gmünd

Im Jugendintegrationskurs werden TeilnehmerInnen durch ein ergänzendes Programm außerhalb des Sprachunterrichts ganz besonders gefördert. Im Zentrum  stehen Themen zur gesellschaftlichen und beruflichen Integration. Dazu werden einmal wöchentlich, unter Berücksichtigung der Wünsche der TeilnehmerInnen, die jeweiligen Themen festgelegt. Diese werden durch Referenten (z. B. Berufsberatung) abgedeckt und es werden Exkursionen durchgeführt (z. B. das Kennenlernen der Stadt und der relevanten kommunalen Infrastruktur, Betriebsbesichtigung). Für diese Gruppe besteht eine Konversationsstunde, damit in lockerer Atmosphäre die deutsche Umgangssprache trainiert wird. Dies wird durch eine engagierte ehrenamtliche Mitarbeiterin durchgeführt.

 

Bildungsförderung in Gruppen und für Einzelne

Im Vordergrund steht das Anliegen, Bildungschancen für zuwanderte junge Menschen so zu verbessern, dass Schulabschlüsse erreicht, Noten verbessert oder das Klassenziel erreicht wird. Dazu werden regelmäßig Gruppenförderungen in den Fächern Deutsch und Mathematik an der Kreisberufsschule Schwäbisch Gmünd, für die Schüler der 2-jährigen Berufsfachschule Elektrotechnik und Metalltechnik, durchgeführt.

Wenn Eltern für ihre schulpflichtigen, jugendlichen Kinder nachfragen oder diese selbst, wird nach einer geeigneten Fachkraft zur schulischen Unterstützung gesucht, damit der angestrebte Schulabschluss erreicht bzw. die Noten so verbessert werden, dass ein Übergang in eine weiterführende Schule gelingt. Beide Projekte sind durch Spenden finanziert. Für diese Angebote werden Honorarkräfte oder ehrenamtlich Engagierte eingesetzt. Bei Interesse dürfen Sie sich gerne melden. 

Vernetzung im Sozialraum – das Stadtteilzentrum Ost

Das Stadtteilzentrum Ost befindet sich in einem Gebiet, in dem sehr viele Familien mit Zuwanderungshintergrund leben. Dieses Zentrum http://www.schwaebisch-gmuend.de/6343-Stadtteilzentrum-Ost.html hat sich als Anlaufstelle für die verschiedensten Anliegen immer weiterentwickelt. Der IN VIA Jugendmigrationsdienst, die Migrationsberatung für Erwachsene sowie die Familien- und Lebensberatung der Diakonie http://www.diakonie-ostalbkreis.de/rat-hilfe/migrationsberatung/, http://www.diakonie-ostalbkreis.de/hilfe-beratung/sozial-und-lebensberatung/ bieten hier regelmäßig Sprechstunden an.

Hier finden unsere Bildungsangebote statt. Dieses Zentrum ist eine Anlaufstelle, an dem Teilhabewünsche der Zielgruppe formuliert werden. Aktuell ist dies der Wunsch nach regelmäßigen Zeiten fürs Schwimmen im Hallenbad nur für Mädchen und Frauen. 


 

Jugendmigrationsdienst Stuttgart

Junge zugewanderte Menschen im Alter von ca. 12 bis 25 Jahren erhalten gezielte, individuelle Förderung durch Ehrenamtliche beim Übergang in das Regelschulsystem, bzw. Übergang in höhere Schularten, Ausbildung oder Beruf.

Die Sprachförderung gilt für die Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik, Physik und Gemeinschaftskunde angepasst an die Bedürfnisse der jungen Menschen in wöchentlichem Kleingruppenunterricht oder Einzelunterricht oder in individuell festgelegte Lernpatenschaften und Bewerbungstrainings, Gesprächscafe, bei Bedarf bildungspolitischen Informationsveranstaltungen und  gemeinsame kulturelle Unternehmungen mit den Jugendlichen.

Die klassische ehrenamtliche Unterstützung wird mit dem Leitgedanken des Geben und Nehmens kombiniert. Ältere Schüler/innen , die über das Projekt Nachhilfe durch Ehrenamtliche bekommen, unterrichten jüngere Schüler/innen im Projekt
Es findet eine enge Zusammenarbeit mit den Ehrenamtsbörsen der Stadt Stuttgart und des Caritasverbandes sowie mit der frEE Akademie im Bereich der Fortbildungen für Ehrenamtlichen statt.
Das Projekt wird u. a. gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung.

 


 

Jugendmigrationsdienst Ulm

Offener Lerntreff
Was bedeutet „offener Lerntreff“?
Der offene Lerntreff richtet sich an Schüler ab der  5. Klasse.
Wir bieten Hilfe bei den Hausaufgaben,
Unterstützung bei der Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Referate,
sowie Hilfe bei der Berufsorientierung.

Wo findet das statt?
IN VIA Jugendmigrationsdienst
Olgastraße 137 (3. Stock)
89073 Ulm

Wann findet der offene Lerntreff statt?
Der Lerntreff wird 2x in der Woche angeboten
(ausgenommen Ferienzeit).
mittwochs 15.00 – 17.30 Uhr und
freitags      13.00 – 15.30 Uhr

Koordinatoren:
Frau Kuhn
Frau Brumann
Erreichbarkeit mittwochs 15.00 – 17.30 Uhr und freitags 13.00 – 15.30 Uhr

Der Treff ist unverbindlich und kann jederzeit in Anspruch genommen werden, ohne Voranmeldung! Einfach vorbei kommen, wir freuen uns!

 

Sprach- und Lernförderung

Jugendliche mit Migrationshintergrund in Ulm erhalten qualifizierte Sprach- und Lernförderung in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik. Die individuelle Förderung  findet in der Regel  als Einzel- oder Kleingruppenunterricht ein Mal pro Woche statt.  Sie ist an die Bedürfnisse der Jugendlichen angepasst und  hilft beim Übergang in das Regelschulsystem, bzw. beim Übergang in höhere Schularten oder  Ausbildung.

 

Seminare zur Interkulturellen Öffnung

Die Seminare richten sich an Schulen, Jugendgruppen, Sprachkurse, interessierte Gruppen oder Organisationen. Jugendliche werden über die Gefühlsebene durch das Erfahren und Erspüren für die eigene und fremde Kultur sensibilisiert.  Das entwickelte Konzept besteht aus den Modulen

  • „Wie viele Wirs sind wir in einem Wir? – Identität und kulturelle Prägung
  • „Fremde brauchen Freunde“ Migration, Wanderungen und Wanderungsbewegungen
  • „Who ist who „ Meine – Deine - Unsere Kultur
  • „Ein Vorurteil kommt selten allein“

Es gliedert sich in einen theoretischen und praktischen Teil, wobei der Schwerpunkt auf verschiedenen praktischen Übungen liegt. Durchgeführt werden die Seminare in Zusammenarbeit mit den Jugendmigrationsdiensten Neu – Ulm und Dietenheim.

Rund um  Ulm – Stadtführung für MigrantInnen

Neuzugewanderte MigrantInnen in Ulm erhalten Informationen über die bekanntesten Ulmer Sehenswürdigkeiten, wie z.B. das Ulmer Münster, die Weishaupt Kunsthalle und Freizeitmöglichkeiten vor Ort. Darüber hinaus informieren wir über die verschiedenen Ämter und Beratungsstellen, wo sie Hilfe erhalten können. Die Führungen finden meist für Sprachkursteilnehmende statt.

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Kontakt

Regionalleiterin Nord/Stuttgart
Ulrike Mucke
Olgastraße 62
70182 Stuttgart

Tel. 0711 248931-22
Fax 0711 248931-30
u.mucke@invia-drs.de