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Aktuelles

Kürzungen: Kita-Träger warnen

Stuttgarter Kita-Träger warnen vor den Folgen der Kürzungen

Die freien Kita-Träger in Stuttgart wenden sich mit einem dringlichen Appell an die Stadtverwaltung und die Mitglieder des Gemeinderates. Angesichts der angespannten Haushaltslage im Doppelhaushalt 2026/2027 mahnen die Träger, dass notwendige Kürzungen nicht zu Lasten der Qualität, Vielfalt und Wahlfreiheit in den Kindertageseinrichtungen gehen dürfen. Die Träger betonen, dass sie gemeinsam rund zwei Drittel aller Kita-Plätze in Stuttgart (18.000 Plätze für die Kinder von 0 Jahren bis zum Schuleintritt) verantworten, und gemeinsam mit der Landeshauptstadt die Umsetzung des gesetzlichen Rechtsanspruchs auf frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung sicherstellen.

Obwohl die Träger ihre im Februar 2025 eingereichten Anträge zur Qualitätsentwicklung, Personalgewinnung und Personalbindung zunächst zurückstellen, machen sie deutlich: „Bei allen Kürzungsvorgaben darf die notwendige Qualität in den Einrichtungen nicht leiden – insbesondere nicht beim Fachpersonalschlüssel und bei der Qualifizierung der Mitarbeitenden“, heißt es in ihrem gemeinsamen Schreiben an Bürgermeisterin Isabel Fezer und den Gemeinderat. Die Kosten für Betrieb, Personal, Lebensmittel, Mieten und externe Dienstleistungen sind zuletzt erheblich gestiegen. Die Träger können diese Mehrbelastungen nur mit entsprechendem Ausgleich auffangen.

Mit Blick auf den deutlich höheren Landesrichtsatz halten die Träger eine maßvolle Erhöhung der Elternbeiträge grundsätzlich für vertretbar. Viele Einrichtungen müssten bereits jetzt Beiträge von bis zu 150 % des städtischen Satzes verlangen, um kostendeckend arbeiten zu können. Eine Reduzierung der städtischen Förderung dürfe nicht dazu führen, dass die Elternbeiträge der Freien Träger noch weiter erhöht werden müssen. Deutlich unterschiedliche Beitragsätze würden eine weitere Wettbewerbsverzerrung zwischen den Einrichtungen der Stadt und der Freien Träger bedeuten. Dies führt auch zu einer sozialen Segregation.

Zugleich betonen sie, wie wichtig eine faire und nachvollziehbare Beitragsstruktur ist:
• Elternbeiträge müssten zwar die tatsächlichen Betreuungszeiten abbilden, der Unterschied zwischen verlängerten Öffnungszeiten (VÖ) und Ganztag (GT) muss entsprechend der Betreuungszeit vergleichbar sein.
• Der Beitragsunterschied zwischen Krippen- und Kindergartenkindern dürfe ebenfalls nur maßvoll ausfallen, da auch dies ein Standortfaktor für eine Stadt wie Stuttgart ist.

Als weiteren Punkt fordern die Träger, die in der Anlage 7 der Gemeinderatsdrucksache 0883/2025 gelisteten investiven Maßnahmen vollständig in den Haushalt aufzunehmen. Diese sind für einen sicheren und störungsfreien Betrieb unverzichtbar. Zudem braucht es Mittel für unvorhergesehene, dringende Maßnahmen im laufenden Haushalt.

Die Träger betonen, dass sie die steigenden Eigenanteile nicht aus eigener Kraft kompensieren können. Sollten mögliche Mehreinnahmen durch erhöhte Elternbeiträge die Kürzungen der städtischen Zuschüsse nicht ausgleichen, kann die Finanzierung vieler Einrichtungen nicht gewährleistet werden. Weiterhin ist unklar, an welcher Stelle und wie viel gespart werden soll. Im Raum steht eine Reduzierung der Förderquote bei den Fachpersonalkosten von 97,5 % auf    95 % zum 01.01.2026. Das wäre ein erheblicher Einschnitt, der nur durch eine erhebliche zusätzliche Erhöhung der Elternbeiträge bei den Freien Trägern refinanziert werden könnte. 

Die Botschaft ist klar: Sollten die städtischen Zuschüsse derart gekürzt werden, können die Träger die erheblich gestiegenen Kosten – von Mieten über Personal bis zu tariflichen Anpassungen – schlicht nicht mehr auffangen. Damit sind die Folgen für die Familien und Träger nicht absehbar.

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