Jugendmigrationsdienste

Unser Angebot

Ziel der Jugendmigrationsdienste (JMD) ist die Verbesserung der Integrationschancen (sprachliche, soziale, schulische und berufliche Integration) sowie die Förderung von Chancengerechtigkeit junger Migrant*innen und die Förderung der Partizipation in allen Bereichen des sozialen, kulturellen und politischen Lebens.

Wir bieten:

  • Individuelle Integrationsförderung mit sozialpädagogischer Beratung und Integrationsförderplanung, d.h. individuelle Begleitung für nicht mehr schulpflichtige junge Migrant/innen (Case Management). Dazu gehören z.B.
    • Anerkennungsberatung zu den im Heimatland erworbenen Schul- und Hochschulabschlüssen sowie zu beruflichen Qualifikationen
    • Beratung bei integrationsbedingten Problemen oder Krisensituationen
    • Vermittlung in andere Angebote im örtlichen Netzwerk
  • Durchführung von Gruppenangeboten zur Unterstützung des Integrationsprozesses: Gruppenangebote wie Sprach- und Integrationsförderung, Berufswegeplanung, Gesprächskreise, etc.
  • Elternarbeit
  • Förderung von freiwilligem und bürgerschaftlichem Engagement junger Menschen mit Migrationshintergrund
  • Netzwerk- und Sozialraumarbeit
  • Initiierung und Begleitung der interkulturellen Öffnung

Die TeilnehmerInnen sind zugewanderte Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 Jahren bis einschließlich dem 26. Lebensjahr. Sie finden in den Jugendmigrationsdiensten qualifizierte Beratung und Betreuung. Unsere Angebote richten sich neben neu Zugewanderten auch an junge Menschen mit Migrationshintergrund, die bereits längere Zeit in Deutschland leben. Pro Jahr werden ca. 2.000 junge Migrant/innen begleitet und mit ca. 500 jungen Menschen wurde ein Integrationsförderplan ausgearbeitet.

Wir werden gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

Unsere Standorte und Kontakt

Jugendmigrationsdienst Böblingen

Ansprechpartnerinnen:
Renate Jung-Ticiu 
Therese Kühn
Sindelfinger Straße 12
71032 Böblingen
Tel. 07031 64 96-28
Fax 07031 64 96-25
jmd.boeblingen@invia-drs.de
Sie erreichen uns nach telefonischer Vereinbarung.

Jugendmigrationsdienst Heilbronn

Ansprechpartnerinnen:
Hildegard Eckert und Wilma Koch
Heinrich-Fries-Haus
Bahnhofstraße 13
74072 Heilbronn
Tel. 07131 89809-220
Fax 07131 89809-253
jmd.heilbronn@invia-drs.de
Sie erreichen uns: Dienstag 14.00 - 16.30 Uhr

Sprechzeiten im IN VIA-Büro im Haus der Verwaltungsstelle
Europaplatz 11
74177 Bad Friedrichshall-Plattenwald
Tel. 07136 83 21 84
Dienstag 09.00 - 12.00 Uhr

Jugendmigrationsdienst Schwäbisch Gmünd

Ansprechpartnerinnen:
Angelika Grimmbacher
Franziska Spinnler
Franziskanergasse 3
73525 Schwäbisch Gmünd
Tel. 07171 649 55
Fax 07171 18 27 83
jmd.schw.gmuend@invia-drs.de
Sie erreichen uns:
Montag: 10.00 – 12.00 Uhr und 13.00 – 15.00 Uhr
Dienstag: 09.00 – 11.00 Uhr
und nach Vereinbarung

Stadtteilzentrum Ost
Buchstraße 145/1
73525 Schwäbisch Gmünd
Tel. 07171 305 13
Sie erreichen uns: Dienstag: 14.00 – 17.00 Uhr

Jugendmigrationsdienst Stuttgart

Ansprechpartnerinnen:
Irina Perogan
Andrea Troschke
Anja Schmid
Olgastraße 62
70182 Stuttgart
jmd.stuttgart@invia-drs.de
Tel. 0711 24 89 31-17
Fax 0711 24 89 31-30
Sie erreichen uns nach telefonischer Vereinbarung.

Jugendmigrationsdienst Ulm

Ansprechpartnerinnen:

Hanna Bareiß
Melanie Brumann
Kornelia Zorembski
Wengengasse 15
89073 Ulm
Tel. 0731 38 85 22-21
jmd.ulm@invia-drs.de
Sie erreichen uns nach telefonischer Vereinbarung.

Besondere Projekte

Projekt zur Sprach- und Lernförderung für Flüchtlinge (2015 bis Ende 2017) 

Viele jugendliche Flüchtlinge haben aufgrund der Situation in ihrer Heimat und durch die oft längere Flucht wenig bis gar keine Schulerfahrung. Zudem sind sie oft traumatisiert.
An fünf Standorten (Böblingen, Heilbronn, Schwäbisch Gmünd, Stuttgart und Ulm) werden jugendliche Flüchtlinge zwischen 12 und 27 Jahren in Einzel- und Gruppenförderung beim Erwerb der deutschen Sprache (Alphabetisierung, Aufbau und Verbesserung der Lesefähigkeit) und bei vorherrschenden Lernbedarfen (Zahlenverständnis, Grundrechenarten) unterstützt. Ziel dieser ergänzenden Angebote ist die Eingliederung in Regelschule, Ausbildung und Arbeit.

Die Angebote im Bereich Lern- und Sprachförderung sowie offene Kaffeenachmittage, Begegnungstreffs, Kunst und Kultur beim Zentrum für Interkulturelle Mädchen- und Frauenarbeit (ZIMA) in Stuttgart haben sofort Anklang gefunden

Im Jahr 2016 konnten an den fünf Standorten 366 junge Menschen, davon 236 Männer und 130 junge Frauen in den unterschiedlichsten Formen Angebote erhalten: das meist genutzte Angebot ist das Deutschlernen. Englisch und Mathematik wird überwiegend dann angefragt, wenn der Übergang in eine Regelklasse erfolgt ist und hier der Anschluss an das Niveau der Klassenstufe erfolgen soll. Manche der Teilnehmenden haben an mehreren Veranstaltungen teilgenommen. Die Teilnehmenden kommen aus 134 Ländern. Insgesamt begleiteten im Gesamtjahr 31 Honorarkräfte das Programm und wurden von 44 Ehrenamtlichen unterstützt.

Der Deutsche Philologenverband hat den Erfolg von Integration kürzlich infrage gestellt: Beim Übergang in die Regelklassen seien „massive Probleme und Defizite zu verzeichnen“, beklagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger auf der Bildungsmesse Didacta in Stuttgart (Stuttgarter Zeitung vom 06.03.2017, S. 17). Das wird Folgen haben: Die Regelklassen leiden, wenn Kinder kommen, die nichts oder zu wenig können und die Entwicklung und Motivation der Zuwanderer wird gebremst.

Kooperation mit beruflichen Schulen
An mehreren Standorten kooperieren die JMDs mit den VABO-Klassen an den beruflichen Schulen. So erhalten die Jugendlichen zusätzliche Förderung in Deutsch. Die räumliche Anbindung an die Schulen hat sich bewährt, weil die SchülerInnen in den Unterkünften im ganzen Stadt- und Landkreis wohnen und sie andernfalls lange Anreisen hätten. Die Schulen stellen die Räume und das Unterrichtsmaterial zur Verfügung, so dass die finanziellen Mittel für die Honorarkräfte, die den Zusatzunterricht durchführen, eingesetzt werden können. Der Unterricht findet in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit den BerufsschullehrerInnen statt. Es zeigt sich ebenfalls, dass die Gruppen an den VABO-Klassen, die in den Schulalltag eingebunden sind, am stabilsten sind und am regelmäßigsten besucht werden. Die Fluktuation ist sehr gering und die enge Kooperation mit den Lehrkräften der Schule mit regelmäßigem Austausch ist sehr effektiv.

So können wir von den Erfahrungen der letzten beiden Jahre gestärkt in das dritte Jahr gehen. Wir wünschen uns sehr, und das bestätigen uns seither auch alle Kooperationspartner wie Schulen, Sprachkursträger, Ehrenamtliche und auch die jungen Menschen selber, dass die Förderung nach 2017 nicht beendet wird.

Gefördert wird dieses Projekt durch den Zweckerfüllungsfonds des Bischofs der Diözese Rottenburg-Stuttgart und den Städten Stuttgart und Ulm.

Jugendmigrationsdienste in Deutschland

Über 450 Jugendmigrationsdienste (JMD) bundesweit begleiten junge Menschen mit Migrationshintergrund im Alter von 12 bis 27 Jahren mittels individueller Angebote und professioneller Beratung bei ihrem schulischen, beruflichen und sozialen Integrationsprozess in Deutschland. Weitere Informationen unter www.jugendmigrationsdienste.de 

Förderer